Beni Takip Edin !

Dies ist das Original-Messlineal, wie es von Galiya gebastelt wurde.

3 Holzlineale, zwei Blechstreifen. Sehr wichtig ist, dass alle 0-Punkte erhalten bleiben. Hier auf dem Foto kann man gut erkennen, dass die 0-Punkte der Querschenkel nicht am unteren Rand des oberen Lineals beginnen, sondern an dessen oberem Rand.

 

 

 

 

Dies ist mein Lineal:

 

Hier ist das Messwerkzeug von malu. Eine ganz witzige Idee finde ich das mit den Feststellschrauben – so kann man (frau) nämlich zurecht schieben, dann festziehen und in aller Ruhe ablesen.

 

Devamını okuyun

Basishosenschnitt

 

Ein Hosenschnitt ist zu 90% ein  Rockschnitt. Deshalb benötigen Sie auch alle Maße, die Sie für die Konstruktion Ihres Rockschnittes abgenommen haben. Aber eben nur zu 90%, daher brauchen Sie noch zwei zusätzliche Maße und zwar die Sitzhöhe (SH) und die Kniehöhe (KH).

 

Ungeachtet der Bezeichnung wird die Sitzhöhe im Stehen gemessen.  Messen Sie die Sitzhöhe dagegen im Sitzen, können Sie nie genau wissen, was Sie gerade messen – die Tiefe des Polsterbezugs oder den Grad der Verformung Ihrer eigenen….. Polsterchen :-)

 

Die zwei Querschenkel des Winkellineals liegen auf der Beininnen- sowie auf der Beinaußenseite in Schritthöhe an. (Sie stecken Ihr Bein in Schritthöhe zwischen zwei Linealen :-) ) Sie messen mit dem Messband von dem Taillenband seitlich an der Hüfte bis zum Winkellineal. Es ist dabei sehr wichtig, dass das Winkellineal parallel zum Boden gehalten wird.

 

 

Die Kniehöhe wird vom Boden aus seitlich bis zur Mitte der Kniescheibe mit dem Maßband gemessen.

 

 

 

 

 

 

Wir konstruieren eine Hose für Frau Erika Mustermann und nehmen als Basisschnitt eine klassische Hose – eng anliegend an der Taille und an der Hüfte sowie mit schmalem Beinverlauf. Für diesen Schnitt sind weich fallende Stoffe am besten geeignet – Gabardine, Wolle, Leinen, andere Hosenstoffe… Weniger gut geeignet ist dagegen Jeansstoff, da es kein Jeansschnitt ist. Aber mit einigen Veränderungen kann man auf der Basis dieses Schnittes auch eine Jeans konstruieren.

Diesen Beispielschnitt machen wir ohne Bequemlichkeitszugaben. Wir gehen von einem symmetrischen Körperbau aus.

 

Alle Maße sind in cm:

Vx = 2,2              Vy = 7                 Lv = 108             TU = 80

 

Sx = 6,1               Sy = 24               Ls = 109,5          HU = 110

 

Rx = 6                 Ry = 18,5            Lr = 109,5          SH = 27

 

D = 29,2              d = 21                 KH = 53

 

 

Prüfen Sie, ob die Messwerte auch korrekt abgelesen wurden:

Vx+d+Rx=D        2,2+21+6=29,2 cm

 

 

Angewandte Mathematik

 

1. Taillenausfall:

 

S = (HU-TU):2 = (110-80):2 = 15 cm

 

2.  Berechnung der Abnäherbreite (Abnäherinhalt):

 

ABv = (Vx:(Vx+Sx+Rx))*S = 2,2:(2,2+6,1+6)*15 = 2,3

 

ABs = (Sx:(Vx+Sx+Rx))*S = 6,1:(2,2+6,1+6)*15 = 6,4

 

ABr = (Rx:(Vx+Sx+Rx))*S = 6:(2,2+6,1+6)*15 = 6,3

 

Kontrollrechnung: 2,3+6,4+6,3 = 15 cm

 

3. Achsenverschiebung:

 

AA1 = D:2-(d:2+Vx)  = 29,2:2-(21:2+2,2) = 1,9 cm

 

4. Im nächsten Schritt wird die Breite des Vorder- sowie des Rückenteils berechnet.

 

VT = HU:4-AA1 = 110:4-1,9 = 25,6 cm

 

RT = HU:4+AA1 = 110:4+1,9 = 29,4 cm

 

5. Verteilung des Seitenabnähers.

 

ABs = 6,4 cm

 

Taillenbogen = TU:4 = 80:4 = 20 cm.

Taillenbogen mit dem vorderen Abnäher = Taillenbogen + ABv=20+2,3=22,3 cm

25,6-22,3=3,3 cm – das ist das Teil des Seitenabnähers im VT.

 

Taillenbogen mit dem hinteren Abnäher = 20+6,3 = 26,3

29,4-26,3=3,1 cm – dies ist das Teil des Seitenabnähers im RT.

 

Prüfrechnung: 3,3+3,1=6,4=ABs

 

6. Hosenausschnitte

 

Die Summe der Hosenausschnitte (HAv – Hosenausschnitt Vorderteil + HAr – Hosenausschnitt Rückenteil) ist gleich dem Hüftumfang multipliziert mit 0,38 zum Quadrat.

 

HAv+HAr=HU*0,38*0,38

 

 

Warum 0,38? An dieser Stelle müssen wir zunächst die Definition des Goldenen Schnittes einführen. Laut Wikipedia beschreibt der Goldene Schnitt, wie sich zwei Teile einer Strecke zueinander verhalten. Seit der Antike wird der Goldene Schnitt als Inbegriff der Harmonie verstanden und findet eine breite Anwendung in Kunst und Architektur, diese findet sich auch häufig in der Natur wieder.

Die Strecke „a“ ergibt zusammen mit der Strecke „b“ die Gesamtstrecke „ab“. Dabei nimmt „a“ 62% der Gesamtstrecke ein. Schlussfolgernd daraus beträgt „b“ 38% der Gesamtstrecke.

 

Die Summe der Hosenausschnitte für Erika beträgt in Zahlen:

110*0,38*0,38 = 15,9 cm

 

Wenn wir uns die Hosenausschnitte als ein Ganzes vorstellen, dann verhalten sich die Teile HAv und  HAr  nach dem Prinzip des Goldenen Schnittes zueinander. Dann ist das Verhältnis HAv zu HAr wie a zu b im o.g. Beispiel.

 

15,9*0,38 = 6,0 cm – Hosenausschnitt Vorderteil HAv

 

15,9-6,0 = 9,9 cm – Hosenausschnitt Rückenteil HAr

 

Schnittkonstruktion

 

Bevor Sie mit der Schnittkonstruktion beginnen, ziehen Sie von den folgenden Werten die Absatzhöhe ab – Lv, Ls, Lr und KH.

 

Erika liebt Highheels :-) . Sie entschied sich deshalb während des Maßnehmens Highheels mit der Absatzhöhe von 10 cm zu tragen. Diese 10 cm müssen  nun von Lv, Ls, Lr und KH abgezogen werden. Demzufolge konstruieren wir den Schnitt mit folgenden Werten:

 

Lv = 108-10 =98 cm

Ls = 109,5-10 = 99,5 cm

Lr = 109,5-10 = 99,5 cm

KH = 53-10 = 43 cm

 

 

Vorderteil.

 

Zeichnen Sie unten auf dem Blatt eine waagerechte Linie – die Saumlinie.

Markieren Sie auf der Saumlinie einen Punkt. Dies ist der Schnittpunkt der Saumlinie und der vorderen Länge – VS.

Tragen Sie vom Punkt VS aus senkrecht nach oben die vordere Länge ab – 98 cm. Dies ergibt Punkt Lv.

Tragen Sie vom Punkt VS nach rechts die Breite des Vorderteils ab – 25,6 cm. Dies ergibt den Punkt SS.

Von diesem Punkt aus tragen Sie senkrecht nach oben die seitliche Länge ab – 99,5 cm. Dies ergibt den Punkt Ls.

Vom Punkt Ls tragen Sie nach unten die Sitzhöhe ab – 27 cm = Punkt SH. Von diesem Punkt aus tragen Sie im rechten Winkel nach links die Schrittlinie ab.

Von der Saumlinie tragen Sie nach oben die Kniehöhe ab – 43 cm. Dies ergibt die Knielinie.

Somit haben Sie das Grundgerüst.

Hosenausschnitt

Von dem Kreuzpunkt Lv und SH (Punkt 1) aus tragen Sie nach links den Wert

HAv (= 6 cm) ab.

Messen Sie die Strecke zwischen Punkt 1 und Lv aus. Diesen Wert multiplizieren Sie mit 0,38 (Sie erinnern sich – der Goldene Schnitt!).

In diesem Beispiel sind es 25,5 cm. 25,5 cm*0,38=9,7 cm.

Tragen Sie diesen Wert vom Punkt 1 nach oben ab, daraus ergibt sich Punkt 2 und verbinden Sie  diesen Punkt mit HAv zum vorderen Hosenausschnitt.

Fachmännisch korrekt konstruieren Sie den Hosenausschnitt folgendermaßen:

Vom Punkt 2 aus schlagen Sie mit dem Zirkel einen Halbkreis (Radius=9,7 cm).

Vom Punkt HAv schlagen Sie mit dem Zirkel einen Halbkreis (Radius=9,7 cm).

Vom Schnittpunkt beider Halbkreise schlagen Sie einen (Halbkreis R=9,7 cm). Dies ergibt die Hosenausschnittlinie.

 


Seitenabnäher/Hüftabstich

Vom Punkt Ls tragen Sie den Wert Sy = 24 cm nach unten ab. Dies ergibt den Punkt Sy.

Vom Punkt Sy schlagen Sie nach oben mit dem Zirkel einen Halbkreis (Radius=24 cm.)

Auf dem entstandenen Bogen tragen Sie 3,3 cm nach links ab. Dies ist der Teil des Seitenabnähers im VT (Punkt ABs). Verbinden Sie den Punkt ABs mit dem Punkt Sy.

 

Taillenlinie

Verbinden Sie die Punkte Lv und ABs zur Taillenlinie.

 

Der vordere Abnäher

Sie können auf dem Vorderteil einen Abnäher zeichnen, oder  aber auch den Abnäherinhalt zu einer kleinen Bundfalte legen. In diesem Beispiel beträgt der Abnäherinhalt 2,3 cm.

 

Beininnen- und Seitennaht

 

Halbieren Sie den Wert HAv = 6 cm:2=3 cm.

 

Tragen Sie 3 cm vom Schnittpunkt Knielinie/Ls auf der Knielinie nach links ab.

Auf der Knielinie vom Kreuzpunkt Knielinie/Lv tragen Sie 3 cm ebenfalls nach links ab.

Verbinden Sie die so entstandenen Punkte jeweils zu einer Beininnennaht und zu einer Seitennaht.

Die endgültigen Schnittkonturen sind in grün dargestellt.

 

 

 

Rückenteil

 

Das Rückenteil konstruieren Sie auf der Basis des VT. So haben Sie das Grundgerüst, die Sitzhöhe, Punkt Sy, Knielinie sowie die Saumlinie. Das Grundgerüst des VT ist in grau dargestellt, der VT-Schnitt in grün.  Das Grundgerüst des RT sowie die vorläufigen  Konstruktionslinien des RT werden in lila gezeichnet, die endgültigen Konstruktionslinien in rot.

 

Legen Sie ein neues Blatt Papier auf den VT-Schnitt. Ziehen Sie die Saumlinie, die Knielinie und die Sitzhöhe nach. Zeichnen Sie die rückwärtige Länge und zwar so, dass diese mit der Gerüstlinie der vorderen Länge des VT übereinstimmt. Der Schnittpunkt der rückwärtigen Länge und der Saumlinie ergibt den Punkt RS.

 

Tragen Sie auf der Saumlinie die Breite des Rückenteils ab, ausgehend von dem Punkt RS. Die Breite des RT beträgt 29,4 cm.

 

 

Hosenausschnitt

Der Schnittpunkt der Sitzhöhelinie und der rückwärtigen Länge ergibt Punkt 1. Von diesem Punkt aus schlagen Sie mit dem Zirkel einen Halbkreis nach links (Radius = HAr=9,9 cm).

 

Messen Sie die Strecke zwischen KHv und HAv auf dem VT aus. Tragen Sie vom Punkt KHr 1,5 cm nach links ab. Von diesem Punkt aus schlagen Sie nach oben einen Halbkreis (Radius = Strecke zwischen KHv und HAv). Der Schnittunkt dieser beider Halbkreise ergibt den Punkt HAr.

 

Messen Sie die Strecke zwischen dem Punkt 1 und dem Punkt Lr aus.

Multiplizieren Sie diesen Wert mit 0,38. In diesem Beispiel sind es:

27*0,38=10,3 cm.

 

Tragen Sie diesen Wert vom Punkt 1 senkrecht nach oben ab. Dies ergibt Punkt 2.

Tragen Sie ein Drittel des Wertes HAr, in diesem Fall sind es 3,3 cm, vom Punkt HAr auf der Sitzhöhelinie ab. Dies ergibt Punkt 3.

Verbinden Sie die Punkte 2 und 3 zur Hosenausschnittkurve zusammen. Die Kurve verläuft ca 0,7-1 cm tiefer als die Kurve des vorderen Hosenausschnittes.

 

 

Seitenabnäher/Hüftabstich

Tragen Sie vom Punkt Ls nach unten den Punkt Sy = 24 cm ab. Von diesem Punkt aus schlagen Sie nach oben mit dem Zirkel einen Halbkreis (Radius = Sy=24 cm). Auf dem so entstandenen Bogen tragen Sie den Wert des Seitenabnähers im RT ab = 3,1 cm. Dies ergibt den Punkt ABs.

 

Verbinden Sie den Punkt ABs mit  dem Punkt Sy.

 

Vorläufige Taillenlinie

Verbinden Sie die Punkte ABs und Lr miteinander zu einer vorläufigen Taillenlinie.

 

Sitzlängezugabe

Vom Punkt 2 ziehen Sie im rechten Winkel nach rechts eine gerade Linie. Der Schnittpunkt dieser Linie mit der Seitennaht ergibt den Punkt 4.  Die so entstandene Trapez drehen Sie im Uhrzeigersinn.  Um wie viel cm Sie die Trapez drehen, ist vom Hosenschnitt und vom Hosenstoff abhängig.  Die Sitzlängenzugabe variiert von 0 bis 3,5 cm.

Für dieses Beispiel nehmen wir 3 cm als Sitzlängezugabe.

Das Einfügen der Sitzlängezugabe mache ich folgendermaßen:

Ich pause die Trapez auf ein Stück Transparentpapiers oder Folie ab, schneide die aus und lege die exakt auf die Trapez auf dem Schnitt. Den Punkt 4 halte ich fest und drehe die Trapez im Uhrzeigesinn um den Wert der Sitzlängezugabe. Nachzeichnen, fertig!

Man kann auch ein Stück Papier unter den Schnitt legen, den Schnitt auf der Linie bis dicht zur Seitennaht zerschneiden und so die Trapez drehen.

 

Rückwärtiger Abnäher

Entsprechend den Berechnungen beträgt der Abnäherinhalt 6,3 cm. Zwei Drittel dieses Wertes entfallen auf den Seitenabnäher, ein Drittel auf die rückwärtige Mittelnaht.

 

Vom Punkt Lr aus tragen Sie auf der Taillenlinie nach rechts ein Drittel des rückwärtigen Abnähers ab – ABr:3=2,1 cm. Dies ergibt den neuen und endgültigen Punkt Lr sowie die neue und endgültige Taillenlinie.

 

Messen Sie auf der Taillenlinie die Strecke zwischen dem Punkt Lr (neu) und der Seitennaht. Halbieren Sie diesen Wert. Dieser Punkt auf der Taillenlinie ist die Mitte des rückwärtigen Abnähers.

 

4,2 cm ist der verbliebene Abnäherinhalt. Halbiert ergeben sich 2,1 cm. Tragen Sie auf dem Taillenbogen vom Mittelpunkt des Abnähers nach rechts und nach links jeweils 2,1 cm ab. Vom Mittelpunkt des Abnähers senkrecht zur Taillenlinie ziehen Sie eine Linie nach unten. Tragen Sie auf dieser Linie Ry = 18,5 cm ab.

 

Rückwärtige Mittelnaht

Verbinden Sie die Punkte Lr (neu) und Punkt 2 mieinander. Dies ist nun die rückwärtige Mittelnaht.

 

Beininnen- und beinseitennaht

Üblicherweise ist das RT breiter als das VT. In diesem Beispiel wird das VT jeweils um 1,5 cm links und rechts verbreitet.

 

Seitennähte

Als letzter Schliff flachen Sie ein wenig die Seitennähte im Bereich des Sy ab, damit Sie eine gleichmäßige und harmonische Seitenlinie haben.

 

Bequemlichkeitszugaben

Wie viel Sie als Bequemlichkeitszugabe dazu nehmen, hängt vom Stoff und Ihrem Wunsch ab. Für eine im Hüftbereich eng anliegende Hose werden nur zum Taillenumfang 2 cm addiert, zum Hüftumfang wird dagegen keine Bequemlichkeitszugabe dazu addiert.

 

 

 

 

Copyright by G. Zlatchevskaja


Devamını okuyun

Konstruktion des Basisrockschnittes

 

Angewandte Mathematik

Berechnungen und Konstruktion des Basisrockschnitts machen wir ohne Bequemlichkeitszugaben. Mathematisch ausgedrückt, alle Bequemlichkeitszugaben, die wir zu einem Rock zugeben können, sind bei diesem Rock gleich 0.

 

Zusatzbemerkung: in so einem Rock ist jede Bewegung, inklusive Atmen, äußert erschwert. Schneiden Sie so einen Rock noch nicht zu. Dennoch auf dem Weg zu einem endgültigen Maßschnitt, ob nun für Rock oder Hose, ist dies ein wichtiger Schritt. Die Konstruktion einer Hose entspricht zu 90% der Konstruktion eines Rockes. Viel mehr – in der Konstruktion fast aller anliegenden Kleidungsstücke findet sich in irgendeiner Art und Weise eine Rockkonstruktion wieder.

 

Ich betone dies deshalb so eindringlich, damit Sie sich für den Basisrockschnitt genügend Zeit nehmen, um alle Fragen zu klären und mögliche Verständnislücken zu schließen. Dies ist die Basis für Ihren späteren Erfolg.

 

Wir konstruieren einen Basisrock für Frau Lieschen Müller. Und nennen dies Beispiel Nr. 1.

 

Ihre Maße (alles in cm):

 

Vx = 2             Vy = 8             Lv = 109,5     d = 19            TU = 80

 

Sx = 4             Sy = 23           Ls = 110         D = 26,2         HU = 106

 

Rx = 5,2         Ry = 18          Lr = 110

 

 

Wir gehen in diesem Beispiel von einem symmetrischen Körperbau aus.

 

Was ist ein gerader Rock? Das ist ein 2-Bahnen-Rock mit 3 Abnähern: der Vorderteilabnäher, der seitliche Abnäher (Hüftabstich) und der Rückenteilabnäher.  Das Zusammenspiel zwischen den Rockbahnen und Abnähern bildet die Quintessenz einer exakten Schnittkonstruktion.

Anbei sind einige Begriffe:

 

ABv – Abnäherbreite (Abnäherinhalt) vorne

ABs– Abnäherbreite seitlich

ABr – Abnäherbreite hinten

 

In der Regel ist der Taillenumfang geringer, als der Hüftumfang.  Die Differenz zwischen dem Hüft-und Taillenumfang, den Taillenausfall, müssen wir unter den Abnähern verteilen. Die Summe aller Abnäher (Taillenausfall) werden wir als S bezeichnen.

 

S=(HU-TU):2

 

(geteilt durch 2, da wir jeweils einen halben Bekleidungsschnitt, im Stoffbruch, konstruieren. Zur Erinnerung, wir gehen in diesem Beispiel von einem symmetrischen Körperbau aus).

 

Für Frau Müller ist es in Zahlen: S=(106-80):2=13 cm

 

13 cm ist die Summe der Vorder-, Seiten- und Rückenabnäher für eine Rockhälfte, der Halbumfang sozusagen, ein halbes Vorderteil plus ein halbes Rückenteil.

 

Um die Breite der jeweiligen Abnäher zu finden benutzen Sie folgende Formel:

 

ABv=(Vx:(Vx+Sx+Rx))*S

ABs=(Sx:(Vx+Sx+Rx))*S

ABr=(Rx:(Vx+Sx+Rx))*S

 

Da Vx+Sx+Rx für die jeweilige Person immer eine Konstante ist, ist die Berechnung denkbar einfach.

 

 

Jetzt in Zahlen für Frau Müller:

 

ABv=(2:(2+4+5,2))*13=2,32 cm

ABs=(4:(2+4+5,2))*13=4,64 cm

ABr=(5,2:(2+4+5,2))*13=6,0 cm

 

Berechnen Sie die Werte bis zur zweiten Stelle nach dem Komma. Sie können später bis zu einer Stelle nach dem Komma auf- bzw. abrunden, jedoch so, dass die folgende Prüfrechnung stimmt:

 

ABv+ABs+ABr=S

 

Versuchen wir mal aufzurunden:

 

2,32=2,3        4,64=4,7        6,0=6

 

Kontrollrechnung:  2,3+4,7+6=13 cm

 

Wir beginnen bewusst mit einer relativ einfachen Figur. Nicht, dass uns eine außergewöhnliche Berechnung und Konstruktion abschreckt, denn so ziemlich alle Variationen sind möglich.

 

In einigen bekannten Schnittkonstruktionsmethoden wird nun vorgeschlagen, den Taillenausfall auf den Vorderteilabnäher, die Seitennaht und den Rückenteilabnäher nach dem folgenden Prinzip zu verteilen – 20% vorne, 50% seitlich, 30% hinten.

 

Damit bekommen Sie einen sehr schönen Schnitt. Zwar nicht wirklich für die konkrete Frau passend, aber schön…

 

Unpassend, weil die individuellen Besonderheiten nicht berücksichtigt werden.

 

Zum Vergleich – wir haben als Breite des vorderen Abnähers 2,3 cm errechnet. Nach der klassischen Methode wären es 2,6 cm. Seitlich wären es 6,5 cm, statt den von uns errechneten 4,7 cm. 6,5-4,7=1,8 cm. Und genau diese 1,8 cm hätten Sie später an der Seitennaht zugeben müssen, damit der Rock säße. Hätten Sie nicht genügend Nahtzugabe angeschnitten, hätten Sie sowohl die Vorderteil- als auch die Rückenteilabnäher Abnäher ändern müssen… Wenn Sie bereits einen Rockschnitt haben anpassen müssen, kennen Sie dies wahrscheinlich allzu gut.

 

Nach unserer Methode sieht der Schnitt zwar …. ungewöhnlich aus, dafür brauchen Sie aber nichts anzupassen.

 

Des Weiteren müssen wir die Breite des Vorder- und Rückenteils sowie die Taillenlinie bestimmen.

 

Halt! Noch nichts zuschneiden!

 

Angewandte Geometrie

 

Unser nächster Schritt ist Berechnung der Breite von Vorder- und Rückenteil (weiter im Text VT und RT).

 

Manche Konstruktionsmethoden schlagen vor, die vordere und hintere Rockbahn gleich breit zuzuschneiden. Aber meist ist die Bauchrundung geringer als Gesäßrundung. Würden wir die Rockbahnen gleich zuschneiden, wäre die Seitennaht nicht mittig.

 

Nach anderen Methoden wird veranschlagt, das Rückenteil 1 cm breiter zuzuschneiden. Aber warum nicht 0,9 cm oder nicht 1,1 cm?

 

Das funktioniert sicherlich bei einigen Figuren, aber eben nicht bei allen. Der konkrete  Körperbau ist eben individuell. Auch kann die Bauchrundung ausgeprägter sein als das Gesäß, z.B. während einer Schwangerschaft, oder bei Männern mit einem Bierbauch. Deswegen muss man die Breite von VT und RT bei einem Rock und später bei einer Hose immer individuell berechnen.

 

Und dafür brauchen wir die Werte Taillentiefe/Taillendurchmesser (d) und  Hüfttiefe/Hüftdurchmesser (D).

Schauen wir uns die Ellipsen der Taille und der Hüfte an. Wir sehen auf der Zeichnung die Asymmetrie der Figur: vorne ist eher der Bauch vorstehend, hinten das Gesäß. Ziehen wir jeweils eine lange Gerade durch die Mitte (den Mittelpunkt) jeder Ellipse.

Die Achse durch die große (Hüft-) Ellipse kennzeichnen wir als A. Die Gerade durch die kleine (Taillen-) Ellipse als A1. Diese Achsen liegen nicht (eigentlich fast nie) übereinander.

Als Faustregel gilt: die Seitennaht soll senkrecht zur Taillenmittellinie, A1, verlaufen.

 

Würden wir das RT genau so breit zuschneiden wie das VT, dann läge die Seitennaht nicht in der Mitte der Taille.

 

Berechnen wir nun die Strecke zwischen zwei Achsen. Die Formel dazu lautet:

 

AA1=D:2-(d:2+Vx)

 

Für Lieschen Müller AA1=13,1-(9,5+2)=1,6 cm

 

Die Strecke zwischen zwei Achsen ist gleich 1,6 cm, daraus folgt:

 

Die Breite des Rückenteils ist = HU:4+AA1=26,5+1,6=28,1 cm

Die Breite des Vorderteils ist = HU:4-AA1=26,5-1,6=24,9 cm

 

Erschrecken Sie sich nicht über den großen Unterschied zwischen diesen zwei Werten. Wir können die individuelle Maße nicht verkleinern, sondern wir müssen sie berücksichtigen.

 

Der nächste Schritt ist die Verteilung des Seitenabnähers. Was ist damit gemeint?

 

Oft wird die Breite des Seitenabnähers einfach halbiert und gleichmäßig auf die vordere und hintere Kante der Seitennaht übertragen. Als Ergebnis ist der Taillenbogen (Taillenweite) am VT und RT unterschiedlich.

 

Wir müssen den Seitenabnäher so auf das VT und das RT verteilen, dass der Taillenbogen  vorne und hinten gleich bleibt.

 

Der Taillenumfang TU  von Frau Lieschen Müller beträgt 80 cm. Der Taillenbogen für VT und RT soll also 80:2=40 cm betragen.  Üblicherweise wird in der Schnittkonstruktion nur eine Schnitthälfte konstruiert, daher beträgt der Taillenbogen auf dem Schnitt jeweils im VT und RT 20 cm.

 

Zu diesem Wert wird noch der jeweilige Abnäher addiert. Für das VT: Taillenbogen plus Inhalt des VT-Abnähers = 20+2,3=22,3 cm.

 

Analog dazu ist der Taillenbogen hinten = Taillenbogen 20 cm + rückwärtiger Abnäher 6 cm = 20+6=26 cm

 

Ausformung der Seitennaht/Seitenabnäher. Der Teil des Seitenabnähers, den wir auf das VT übertragen, ist die Differenz zwischen der Breite des VT und dem vorderen Taillenbogen (unter Berücksichtigung des VT-Abnähers). In Zahlen:

 

24,9-22,3=2,6

 

Somit entspricht die Breite des Seitenabnähers im VT 2,6 cm.

 

Die Gesamtbreite des Seitenabnähers war 4,7 cm, somit verbleiben für den Seitenabnäher im RT 4,7-2,6=2,1 cm.

 

Prüfrechnung:

 

Die Breite des Rückenteils haben wir mit 28,1 cm berechnet. Den Taillenbogen hinten einschl. des RT-Abnähers mit 26 cm.

 

28,1-26=2,1 cm

 

Nun wir sind mit den Berechnungen fertig.

 

Schnittkonstruktion.

 

  • Zeichnen Sie unten auf dem Blatt eine horizontale Linie. Das ist die Saumlinie.
  • Markieren Sie einen Punkt ca in der Mitte der Linie = Punkt 1.
  • Von Punkt 1 zeichnen Sie im rechten Winkel nach oben die Seitenlänge (Ls) als Senkrechte. Das ist die Seitennaht. Nehmen wir als Seitenlänge  z.B. 60 cm. Der obere Punkt der Linie ist Punkt 2.

  • Tragen Sie vom Punkt 1 nach links auf der Saumlinie die Breite des Vorderteils  ab = 24,9 cm (Punkt 3) und nach rechts die Breite des Rückenteils = 28,1 cm (Punkt 4).
  • Vordere Mitte: Ziehen Sie vom Punkt 3 senkrecht nach oben die Vorderlänge=Lv=59,5 cm. Der oberste Punkt dieser Linie ist Punkt 5. Die Linie ist die Mitte des VT im Stoffbruch. (Frau Müllers Lv war 109,5 cm, Ls 110 cm und Lr 110. Und dieses Längenverhältnis soll auch bei jedem Rock erhalten bleiben. Sie können zwar eine beliebige Rocklänge wählen, müssen aber die Längenunterschiede berücksichtigen. Und so ist es bei diesem Beispielrock – Lr=60cm=Ls=60 cm. Lv=Ls-0,5 cm =60-0,5 = 59,5 cm).
  • Hintere Mitte: Tragen Sie vom Punkt 4 ebenfalls senkrecht nach oben die rückwärtige Länge = 60 cm ab. Das ist die Mitte des RT, der Stoffbruch. Der oberste Punkt der Linie ist Punkt 6.

  • Vom Punkt 2 tragen Sie nach unten den Wert Sy ab. In diesem Fall sind es 23 cm. Das ist die Länge des Seitenabnähers. Punkt 7.
  • Vom Punkt 7 aus schlagen Sie mit dem Zirkel (Radius 23 cm, Sy) einen Viertelkreis nach oben, an der zukünftigen Taillenlinie.

  • Tragen Sie auf dem Bogen nach links die Breite des Seitenabnähers im Vorderteil = 2,6 cm ab – Punkt 8. Tragen Sie auf dem Bogen nach rechts die Breite des Seitenabnähers im Rückenteil = 2,1 cm ab – Punkt 9. Verbinden Sie diese zwei Punkte mit dem Punkt 7. So haben Sie die Seitennaht.
  • Taillenlinie: Verbinden Sie Punkt 5 und Punkt 8, sowie die Punkte 6 und 9 = die Taillenlinie.

  • Den rückwärtigen Abnäher zeichnen Sie in der Mitte des Rückenteils.
  • Den vorderen Abnäher zeichnen Sie bei einem Drittel der Strecke zwischen der Seitennaht und der vorderen Mitte.

 

Bequemlichkeitszugaben

Üblicherweise werden zum Hüft- und Taillenumfang jeweils 2 cm als Bequemlichkeitszugabe addiert. D.h. die Werte für TU und HU werden bereits im ersten Schritt um jeweils 2 cm erhöht und alle weitere Berechnungen erfolgen dann mit diesen erhöhten Werten.

Copyright by G. Zlatchevskaja

 

Devamını okuyun

Maßnehmen.

 

Vorbereitung der Messinstrumente

 

Sie sind nun startklar, es bleiben lediglich Kleinigkeiten….  Sie brauchen Meßinstrumente.

 

Maßband. Mit einem Maßband gibt es normalerweise keine großen Probleme: Sie müssen lediglich prüfen, ob das Maßband auch eine „0“-Markierung besitzt. Manches Mal beginnt das Maßband auch mit anderen Zahlen…. Mal haben es Mäuse abgeknabbert, mal Kinder…. Daher vorsichtig mit fremden Maßbändern!

 

Herstellung des Winkellineals. Sie brauchen ein solches um die Abweichungen der Rundungen (ersetzen wir doch das Wort Fettpölsterchen einfach durch das Wort Rundungen!) in Bezug zur Taille zu messen. Abweichungen werden senkrecht und waagerecht gemessen (X und Y Achse). Für eine einfache schwache Frau ist die Herstellungsmethode genial einfach:

 

Nehmen Sie ein Lineal 50 cm und zwei a 30 cm Länge.

Nehmen Sie eine leere Dose… Bier, Sprite, Cola o.ä. Schneiden Sie aus dem Dosenblech zwei Streifen aus. Breite des Streifens entspricht der Breite Ihres Lineals, die Länge des Streifens beträgt das 2,5-fache der Linealbreite.

Auf dem längerem Lineal sägen Sie vorne eine Spitze im 45° Winkel ab, beginnen Sie dabei genau auf der „0“ Markierung (der Null-Punkt muss erhalten bleiben!).

Falten Sie den Blechstreifen zur Hälfte zusammen und stecken Sie das längere Lineal dazwischen so, dass der Streifen zwar fest um das Lineal liegt, Sie können aber den Streifen auf dem Lineal hin und her bewegen.

Von dem Nullpunkt des zweiten, kürzeren Lineals messen Sie exakt die Breite des längeren Lineals ab und sägen Sie das Stückchen ab.

Stecken Sie das abgeschnittene kürzere Lineal zwischen den Hälften des gefalteten Blechstreifens an den unteren Rand des längeren, oberen Lineals fest. Drücken Sie den Streifen fest um das Lineal zusammen und wickeln Sie es mit Tesastreifen fest.

Wiederholen Sie das Gleiche mit dem zweiten 30-cm-Lineal.

 

 

Nun haben Sie ein zweischenkliges (na ja, eigentlich dreischenkliges) Winkellineal. Der längere Schenkel oben, die kürzeren Schenkel quer dazu. Die 30-cm-Schenkel sind auf dem 50-cm-Schenkel frei beweglich.

 

(Anmerkung d. Übersetzers: hier ist mein Lineal, aus einer Wasserwaage von A-Discount gebastelt):

 

Vorbereitung zum Maßnehmen

  • Sie müssen sich ausziehen. Wie weit? Ein Minimum an Kleidung ist besser, als gar keine Kleidung: Badeanzug oder BH, Strumpfhose und Schuhe.
  • Maß nehmen muss man in den Schuhen, die Sie später zu diesem Kleidungsstück tragen werden. Absatzhöhe wirkt sich nicht nur auf die Gesamtlänge aus, sondern auch auf die Körperhaltung.
  • Nylonstrumpfhosen verpacken schonend die Rundungen.
  • Binden Sie ein Gummiband um die Taille.
  • Prüfen Sie, ob Sie noch atmen können. Lassen Sie aber auch nicht zu, dass das Gummiband durchhängt!
  • Achten Sie auf Ihre Körperhaltung. Stehen Sie möglichst natürlich. Bauch rein, Brust raus macht Sie zwar schöner, die Realität bildet es jedoch nicht ab.
  • Bringen Sie einer Freundin diese Messmethode bei. Es ist nicht wirklich bequem, bei sich selber Maß zu nehmen, ist aber mit ein wenig Übung möglich. Wünschenswert natürlich, wenn Sie zu zweit sind. Was soll’s? Es gibt Dinge im Leben, die man besser zu zweit macht ;-)

 

 

Maßnehmen für einen Rockschnitt

 

TU – Taillenumfang. Klassisches Maß bei allen Schnittkonstruktionsmethoden. Zentimetermaßband liegt auf dem Gummiband ohne Zuschnüren und Durchhängen.

 

HU – Hüftumfang . Wird mitsamt Bauchs, Hüfte und Gesäßes gemessen. Deswegen fällt die Frage, in welcher Höhe ab der Taille Hüftumfang gemessen wird, weg.

 

Sie nehmen einen Streifen Back-,  Architekten-, Kopier- oder wie auch immer welches Papieres. Oder auch einen Streifen festerer Folie. Ca. 30 cm breit und mindestens 20 cm länger, als der zu erwartende Hüftumfang.  Sie wickeln diesen um die Hüfte. So garantieren Sie stets eine genaue Messung des  Umfangs unter Beachtung aller Ihrer … Rundungen… das ist der Wert HU (Hüftumfang).

 

Ganz wichtig dabei ist, dass der Streifen um den Körper einen Zylinder bildet,  und nicht eine Kegel. Der Streifen soll lotrecht zum Boden ausgerichtet sein, d.h., dass die Quer- und Längstseiten des Streifens parallel zueinander liegen sollen.

 

Alternativ, wenn Sie einen solchen Streifen nicht besitzen, legen Sie das Maßband auf die stärksten Stellen des Gesäßes und halten Sie ein Lineal vorne, senkrecht, an der stärksten Stelle des Bauchs. Auf diese Art und Weise gehaltenes Lineal ermöglicht Ihnen die Bauchausprägung zu berücksichtigen. Gemessen wird über die stärkste Stelle des Gesäßes und über das Lineal.

 

Und weil Ihre Freundin nur zwei Hände hat, halten Sie das obere Linealende fest. So haben auch Sie was zu tun.

 

d- Durchmesser der Taille, von vorne nach hinten oder Körpertiefe auf Taillenhöhe

 

Benutzen Sie dafür den dritten Linealschenkel, wie Schiebelehre. Oder, mit anderen Worten – die Taille wird dabei zwischen zwei Linealen gesteckt, wobei ein Lineal vorne und das andere hinten, auf dem Rücken aufliegt, und die Strecke dazwischen gemessen.

 

D – Durchmesser der Hüfte  oder Körpertiefe auf Hüfthöhe

 

 

Legen Sie ein Hilfsmittel (Lineal, z.B.) an die stärkste Stelle des Bauchs. Legen Sie das zweite Lineal an die stärkste Stelle des Gesäßes. Messen Sie die Strecke zwischen zwei Linealen.

 

Bildhaft gesprochen: wenn Lieschen Müller versucht seitlich durch eine Tür durch zu gehen und bleibt im Türrahmen stecken, dann entspricht die Breite des Türrahmens (dem D) der Tiefe von Lieschen Müller.

 

 

Vordere Länge, seitliche Länge und rückwärtige Länge: Maße Lv, Ls und Lr haben viel Gemeinsames. Sie werden vom Gummiband an der Taille senkrecht über die stärkste Stelle des Körpers (Lv – Bauch, Ls – Hüfte, Lr – Gesäß) bis zum Boden gemessen.

 

Damit Sie auch die streng senkrechte Ausrichtung des Maßbandes gewährleisten können, können Sie das Maßband mit einem Gewicht beschweren.

 

Achtung: zu diesem Zeitpunkt sind Sie normalerweise fix und fertig und treten von einem Fuß zum anderen. Zwingen Sie sich mit all Ihrer Willenskraft in die Ausgangsposition: Körpergewicht auf zwei Füße gleichmäßig verteilen. Füße sind voneinander eine Fußbreite entfernt.

 

Beim Bestimmen der Lr kann passieren, dass die Gesäßhälften asymmetrisch sind (dass eine Gesäßhälfte eine stärkere Wölbung aufweist) oder zwischen den Gesäßhälften eine erhebliche Vertiefung vorliegt. In diesem Fall legen Sie auf das Gesäß ein Hilfslineal und messen Sie von der Taille über das Lineal senkrecht bis zum Boden.

 

Maße für die Berechnung der Abnäher

 

Abweichung des maximalen Wölbungspunktes von der Taille in der Senkrechten X und in der Waagerechten Y messen wir in drei Bereichen – vorne, Vx und Vy, seitlich, Sx und Sy und rückwärts, Rx und Ry (auf dem Bild Hx und Hy).

 

Haben Sie einen Helfer, so soll er diese Maße im Sitzen abnehmen. In diesem Fall hat man das Winkellineal und Problemzonen auf der Augenhöhe. Verzerrungen beim Ablesen werden so ausgeschlossen.

 

Für jedes Paar (X, Y) liegt die Spitze des Winkellineals an dem Gummiband an der Taille, wobei Sie auf eine streng senkrechte und waagerechte Ausrichtung des Lineals achten müssen. Senkrechter Teil des Lineals liegt an den Wölbungen an.

 

 

 

 

Manchmal weisen Hüften ein kompliziertes Relief auf. Manchmal sind es nicht eine Wölbung, sondern zwei. Das erschwert das Ganze.

 

Führen Sie die Hand über die Hüfte. Nehmen Sie jede Wölbung wahr. Nehmen Sie als Messpunkt die tiefste und die stärkste Wölbung.

 

Nun sind Sie mit dem Maßnehmen für einen Rock fertig. Hier ist nochmal die Übersicht:

 

Vx       Vy       Lv       d          TU

Sx        Sy       Ls        D         HU

Rx       Ry       Lr

 

 

Copyright by G. Zlatchevskaja

 

Devamını okuyun

Am Anfang war… 90/60/90

 

Basiswissen

 

Sie sehen eine Reihe von Frauenfiguren. Sie alle sind stolze Besitzerinnen einer 90/60/90 Figur. Betrachten wir nun die Figuren genauer. Außer, rein formal gesehen, einer Übereinstimmung ihrer Maße, haben diese Frauen nichts Gemeinsames. Völlig offensichtlich sind Unterschiede der Hüft-, Bauch- und Gesäßform.

 

Wenn wir eine Figur beschreiben, müssen wir immer diese 3 Dimensionen
berücksichtigen: Bauch, Hüfte, Gesäß.

 

Betrachten wir einen typischen Frauenkörperbau. Die Bauchwölbung, ab der Taille
beginnend, vergrößert sich zunächst, bildet ein Fettpölsterchen, dann verjüngt sie sich wieder. Dieses Fettpölsterchen hat einen gewissen „Maximalpunkt“, die Stelle der ausgeprägtesten Wölbung. Das gleiche gilt auch für Hüfte und Gesäß. Wenn wir nun den Punkt „der maximalen Wölbung“ verschieben, wird die Figur völlig anders aussehen.

 

Wir können die Lage dieses Punktes auf einer Fläche mit Hilfe des Koordinatensystems abbilden. Können Sie sich noch an die Mathematik der 5. Klasse erinnern? X-Achse ist die Waagerechte, die Y-Achse ist die Senkrechte. Die Lage eines Punktes wird durch zwei Werte angegeben: X und Y. Und mit diesen Koordinatenwerten können wir auch das Bäuchlein von Frau Lieschen Müller beschreiben.

 

Lieschen Müller hat aber noch Hüfte und Gesäß, die wiederum ebenfalls eigene Rundungen aufweisen, die abermals auch ihre „Maximalausprägungen“ haben. Soll Lieschen Müller keine Wölbung, z. B. im Gesäßbereich aufweisen, sozusagen als Ergebnis ihrer stets sitzenden Tätigkeit, dann sind die Werte X und Y für Gesäß gleich 0. Uns ist es jedoch egal, wie viel Frau Müller sich bewegt, wir wollen sie ja nicht umerziehen, sondern einzig und allein den für sie
maßgeschneiderten, perfekt sitzenden Rock (oder Hose) konstruieren und zwar so, dass dieser Rockauch ohne Anprobe und komplizierte Änderungen wie angegossen sitzt.

 

Summa summarum. Die Abweichung eines Punktes der maximalen Wölbung von der Taille in der Waagerechten (auch Taillentiefe) werden wir als Wert X bezeichnen, die Abweichung desselben in der senkrechten als Wert Y. Und so vermessen wir einen Körper dreidimensional – vorne, seitlich und hinten.

 

Im Grunde ganz einfach:

 

Vx – Taillentiefe vorne, Vy – Tiefe der Bauchwölbung

 

Sx – Taillentiefe seitlich, Sy – Tiefe der Hüftwölbung

 

Rx – Taillentiefe hinten, Ry – Tiefe der Gesäßwölbung (hier auf dem Bild Hx, Hy. R – vom “Rücken, rückwärtig”, H – von “hinten”)

 

  • ·
    Anmerkung der Autorin: bisher handelt es sich nicht um Know-How der Autorin. Diese Ansätze finden sich auch in anderen Konstruktionschulen.

 

Wir benötigen zudem noch Taillenumfang und Hüftumfang.

 

Um die Missverständnisse zu vermeiden, definieren wir den Begriff „Taille“.

 

Taille ist die schmalste Körperstelle.
Grundsätzlich. Oder was Sie darunter verstehen. Auch, wenn Sie als Taille die Stelle unter dem Bauchnabel haben wollen. Taillenumfang: TU.

 

Gesamtlänge: Sie messen nun von der Taille bis zur Stelle der maximalen Wölbung und darüber hinaus senkrecht bis zum Boden und zwar vorne, seitlich und hinten.

 

Lv – Länge vorne

 

Ls – Länge seitlich

 

Lr – Länge hinten, rückwärtige Länge

 

 

Hüftumfang wird unter der Berücksichtigung von Bauch, Hüfte und Gesäßes gemessen und zwar so:

 

Man nehme… einen Streifen Back-, Architekten-, Kopier- oder wie auch immer welches Papieres. Oder auch einen Streifen festerer Folie. Ca. 30 cm breit und mindestens 20 cm länger, als der zu erwartende Hüftumfang.  Wickeln Sie dann den Streifen um die Hüfte. So garantieren Sie stets  eine genaue Messung des Umfangs unter Beachtung all Ihrer Schätze… Das ist der Wert HU (Hüftumfang).

 

Des Weiteren brauchen Sie noch ein Durchmaß der Hüften (D) (oder Körpertiefe auf Hüfthöhe)

 

 

und auch der Taille (d) (Körpertiefe auf Taillenhöhe). Wozu? Viel messen, nix anpassen.

 

 

 

 

Und so ergeben sich folgende Maße:

 

Vx Vy Lv d TU

Sx Sy Ls D HU

Rx Ry Lr

 

 

Copyright by G. Zlatchevskaja

 

Devamını okuyun
Toplam 6 sayfa, 1. sayfa gösteriliyor.12345...Son »